EU droht TikTok mit Strafe wegen Empfehlungsalgorithmus
Die EU-Kommission wirft TikTok nach vorläufigen Ermittlungen vor, mit seinem Empfehlungsalgorithmus schutzbedürftige Nutzerinnen und Nutzer psychisch zu gefährden. Verlangt werden Änderungen, sonst droht eine Strafe von bis zu sechs Prozent des Konzernumsatzes.
Kurz gesagt
- Der Algorithmus wertet Ansehen und Likes als Interesse und spielt danach mehr ähnliche Inhalte aus, etwa zu Traurigkeit, Isolation oder Körperbild.
- Die bisherigen Gegenmassnahmen von TikTok und der Button «Nicht interessiert» seien nicht wirksam, teilte die EU-Kommission mit.
- Findet sich keine einvernehmliche Lösung, könnte die Kommission einen formellen Verstoss feststellen und eine Strafe verhängen.
- Es ist das dritte Mal, dass Brüssel TikTok mit Untersuchungsergebnissen zum Digital Services Act konfrontiert; eine Strafe gab es bisher nicht.
Hintergrund
Die EU-Kommission hat im Februar 2024 das erste Verfahren gegen TikTok eröffnet. Im Juli warf Brüssel dem Konzern in einem separaten Verfahren vor, Kinder und Jugendliche nicht genug vor übergriffigem Verhalten anderer Nutzer zu schützen. Grundlage ist der Digital Services Act (DSA), das Gesetz der EU über digitale Dienste, das als scharfes Schwert gegen Plattformen gilt. Kritiker werfen Brüssel allerdings Zögerlichkeit vor, während die Kommission darauf verweist, dass ihre Entscheide gerichtlich standhalten müssen. Gegen TikTok läuft zudem ein Verfahren wegen suchtfördernder Mechanismen wie dem automatischen Abspielen von Videos.
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Nau.ch: EU: TikTok gefährdet mentale Gesundheit - Strafe droht
heise online: DSA-Verfahren: EU-Kommission droht TikTok mit Strafe
zentralplus: Tiktok muss Funktionen ändern
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