Anthropic warnt im Börsenprospekt vor KI-Risiken – Firmenwert bis 2000 Milliarden Dollar
Der KI-Konzern Anthropic will im November an der Nasdaq debütieren und dabei einen Firmenwert von bis zu 2000 Milliarden Dollar erreichen. Im Prospekt warnt das Unternehmen, ausreichend fortgeschrittene KI könne ohne Schutzvorkehrungen katastrophale oder existenzielle Gefahren für die Menschheit bergen.
Der Antrag ging am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein, die Unterlagen lagen bereits im Juni vertraulich vor. Die Aktien sollen am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel «ANT» gehandelt werden. Das Werben um Investoren soll in der Woche vom 9. November beginnen, ein Debüt ab dem 16. November ist möglich. Federführend sind Goldman Sachs und Morgan Stanley, auch die UBS ist beteiligt. Neben neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sollen Papiere bestehender Anteilseigner platziert werden. Anzahl der Anteile und Emissionsvolumen sollen in einem Nachtrag folgen. Der Prospekt umfasst 335 Seiten, davon 94 zu den Risiken des Geschäftsmodells.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 16,3 Milliarden US-Dollar, nach 1,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust betrug rund 80,7 Milliarden Dollar, nach 13 Milliarden im Vorjahr. Davon entfallen 72,4 Milliarden Dollar auf Wertänderungen von Wandelanleihen und ähnlichen Instrumenten; bereinigt steht ein Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Ein grosser Teil des Umsatzes wird mit einer Handvoll anderer Techfirmen erzielt, die ebenfalls KI-Modelle entwickeln und betreiben.
Die sieben Gründer sollen nach dem Börsengang über eine Aktie der Klasse F 50,1 Prozent der Stimmrechte halten. Anthropic hat fünf Aktienklassen mit unterschiedlichen Stimmrechten. Die Gründer werden zu Milliardären, allen voran das Geschwisterpaar Daniela und Dario Amodei. Wie viel sie einnehmen, hängt davon ab, wie viele Aktien sie verkaufen können.
Im Prospekt nennt Anthropic vier Risikokategorien: Missbrauch für Biowaffen und Cyberangriffe, Verlust menschlicher Kontrolle, autoritärer Missbrauch und wirtschaftliche Verwerfungen. Eine Serie von Hackerangriffen durch eigenständig handelnde KI-Agenten hatte zuletzt Bedenken geschürt, die das Debüt an den Finanzmärkten belasten könnten. Der Börsengang soll dem Unternehmen die nötige Liquidität sichern, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten.
Quellen
futurezone: Börsengang von Anthropic: Vor diesen 5 Gefahren warnt das KI-Unternehmen
SRF News: Anthropic vor Börsengang – Anthropic-Börsengang macht Firmengründer zu Milliardären
SRF News: Geschwister zementieren Macht – Anthropic-Börsengang macht Firmengründer zu Milliardären
Blick: Gehypter Tech-Riese plant Mega-Börsengang – was du wissen musst
NZZ: Anthropic: Noch nie war ein Börsengang wichtiger für die Wirtschaft
Nau.ch: Anthropic plant Börsengang und warnt vor KI-Gefahren
zentralplus: Anthropic kündigt Börsengang an
heise online: Anthropic vor Börsengang: Umsatz vervierzehnfacht und enorme KI-Kosten
Nau.ch: KI-Pionier Anthropic beantragt Börsengang in den USA
Tages-Anzeiger: Debüt an der Nasdaq: KI-Pionier Anthropic beantragt Börsengang in den USA
blue News: KI-Pionier Anthropic beantragt Börsengang in den USA
20 Minuten: Anthropic steht vor einem der grössten Börsengänge aller Zeiten
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