Filmemacherin Mira Nair wird am Filmfestival Genf für ihr Lebenswerk geehrt

Das Internationale Filmfestival Genf (Giff) zeichnet die indisch-amerikanische Filmemacherin Mira Nair für ihr Lebenswerk aus. Die 32. Ausgabe dauert vom 30. Oktober bis 8. November, Nair tritt am 31. Oktober in einem moderierten Gespräch auf.

Nair wurde 1957 in Indien geboren und studierte zunächst Soziologie, bevor sie zum Film wechselte. Nach Dokumentarfilmen debütierte sie mit «Salaam Bombay!» (1988) im Spielfilm; der Film, eine Chronik des Lebens von Strassenkindern in einer indischen Megastadt, gewann in Cannes die Goldene Kamera und brachte im Jahr darauf eine Oscar-Nominierung. 2001 erhielt sie in Venedig für «Monsoon Wedding» den Goldenen Löwen, als erste indische Regisseurin überhaupt.

In vielen ihrer Filme geht es um die indische Gesellschaft und ihren Wandel, aber auch um die USA. «The Reluctant Fundamentalist» (2012) behandelt die Islamophobie in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001, «The Namesake» (2006) die Folgen von Entwurzelung und Integration für die indische Identität. Nairs Sohn Zohran Mamdani übernahm am 1. Januar dieses Jahres das Bürgermeisteramt von New York.

Am Giff zeigt die 32. Ausgabe während des gesamten Festivals eine Auswahl ihrer Werke. Das Festival stellt zudem mit über 110 Filmen das Schweizer Filmschaffen ins Zentrum; erwartet wird unter anderem Petra Volpe mit ihrem jüngsten Werk «Frank & Louis». Seit August 2026 leitet Emilie Bujès das Festival; die künstlerische Leitung übernimmt sie ab der Ausgabe 2027. Zuvor hatte sie jahrelang das Dokumentarfilmfestival «Visions du Réel» in Nyon geleitet.

Quellen

Blick: «Ich schaue ihm in die Augen und weiss, was los ist»

Nau.ch: Filmemacherin Mira Nair am Filmfestival in Genf im Rampenlicht

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