Embolo kehrt für die November-Spiele in die Nati zurück und kritisiert den SFV
Breel Embolo kehrt für die November-Spiele in den Kader der Nationalmannschaft zurück. Zuvor hat er in einem Interview seine Nichtberücksichtigung im September als «Kollektivstrafe» kritisiert.
Embolo sagte, er verstehe nicht, dass ihn der Schweizerische Fussballverband (SFV) im September nicht aufgeboten habe, nachdem sein Strafbefehl publik geworden war. Die Umstände seien seit mehreren Jahren bekannt gewesen; neu sei nur der Strafbefehl gewesen. Der 29-Jährige war 2025 wegen mehrfacher Anstiftung zu Urkundenfälschung verurteilt worden, weil er 2021 für sich und eine Bekannte ein gefälschtes Covid-Reisezertifikat erworben hatte. Er betonte, sein Fall unterscheide sich von jenem von Granit Xhaka, der gestanden hatte, eine gefälschte Impfbestätigung gekauft zu haben: «Ich bin geimpft. Dreimal. Also ist es ein ganz anderer Fall als bei Granit.» Er sei vom Vergleich des Verbands enttäuscht gewesen, räumte aber ein, dass er einen Fehler gemacht habe. Er könne verstehen, dass der Verband nach dem Fall Fischer und jenem von Granit unter Druck stehe.
Embolo kritisierte auch das Umfeld des Verbands. Es gebe «Leute, die Dinge leaken. Die nicht loyal sind zu dir und zu deiner Mannschaft.» Er bezog sich auf einen Medienbericht während der WM, in dem Xhaka als «Tyrann» dargestellt worden sei: «Aber Granit ist kein Tyrann. Er will schlicht immer gewinnen.» Namen nannte er nicht. Mit Nati-Coach Murat Yakin, Nati-Direktor Pierluigi Tami und der Mannschaft habe er kein Problem. Langfristig müsse der SFV «ein paar Dinge klären, egal ob es mich betrifft oder andere Spieler».
Zum WM-Viertelfinal gegen Argentinien sagte Embolo, er sei in einem umstrittenen Entscheid vom Platz gestellt worden. «Wäre die Rote Karte nicht gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich den Halbfinal erreicht. Das ist es, was schmerzt.» In der Kabine habe er sich beim Team entschuldigt: «Ich habe geweint. Es ging mir wirklich nicht gut.» Schuldig am Aus fühle er sich trotzdem nicht.
Für die November-Spiele kehrt Embolo in den Kreis der Nationalmannschaft zurück. Bis vor Kurzem sei er in dieser Frage «bis vor Kurzem bei 50/50» gewesen; «ich habe nun aber entschieden, dabei zu sein». Embolo spielt derzeit beim Major-League-Soccer-Klub Atlanta. Kurz vor dem Interview wurden neue Leitlinien zum Umgang mit strafrechtlich relevanten Sachverhalten veröffentlicht.
Quellen
Blick: Nati-Star Embolo kritisiert Verbands-Bosse nach Corona-Sperre hart
Tages-Anzeiger: Kritik am SFV: Embolo fühlt sich gegenüber Xhaka benachteiligt
blue News: «Hat mich als Mensch enttäuscht»: Embolos Zweifel an der Nati-Rückkehr
SRF News: Zögern vor Nati-Rückkehr – «Kollektivstrafe»: Embolo von Verband «enttäuscht»
20 Minuten: «Ich habe geweint, es ging mir wirklich nicht gut»
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