Putin will in Abu Dhabi über Sicherheit nach Kriegsende sprechen

Nach dem Telefonat von Alexander Stubb und Jonas Gahr Støre mit Wladimir Putin hat der Kreml mitgeteilt, dass bei den Gesprächen in Abu Dhabi in der ersten Novemberhälfte Fragen der Sicherheit nach einer vollständigen Beendigung der Kampfhandlungen behandelt werden sollen.

Das Telefonat war das erste direkte Gespräch der Präsidenten Finnlands und Norwegens mit Putin über den Krieg gegen die Ukraine. Es war zuvor von keiner Seite öffentlich angekündigt worden; der Kreml bestätigte es später. Stubb und Støre erklärten in Helsinki, das Ziel sei gewesen, Putin direkt Botschaften zu künftigen Verhandlungen zu übermitteln, die zur Beendigung des Krieges beitragen sollen. Vergangene Woche hatten sie in Oslo den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den US-Vermittler Steve Witkoff getroffen. Witkoff vereinbarte danach mit Putin die Wiederaufnahme von Dreier-Gesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA. Der Kreml zeigte sich offen für eine Einbeziehung der Europäer.

Laut Kreml wies Putin auf die «konfrontative Politik» der EU- und Nato-Staaten hin, die zu einer Verlängerung der Kampfhandlungen führe. Für einen Frieden müssten auch Russlands Interessen berücksichtigt werden. Die Politiker vereinbarten, telefonisch in direktem Kontakt zu bleiben. Putin informierte Stubb und Støre zudem über die in der Nacht begonnene lokale Feuerpause um die von russischen Truppen besetzte Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson. Dort ist ein humanitärer Korridor geplant, um Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und ihnen die Flucht zu ermöglichen.

Stubb sagte, die Diskussion sei «offen und inhaltlich fundiert» gewesen. Der Ausgang des Krieges werde direkte Auswirkungen auf die Sicherheit Europas haben, weshalb direkte Gespräche erforderlich seien. Støre betonte, wie wichtig eine Deeskalation sei. Die beiden Politiker erklärten, sie stünden als Unterstützer der Ukraine klar an der Seite Kiews und hätten nicht für Europa insgesamt mit Putin gesprochen. Ihren Ländern gehe es auch um Berechenbarkeit in der Ostseeregion. Selenskyj zeigte sich dankbar dafür, dass Stubb und Støre Putin klargemacht hätten, dass konkrete Schritte zur Deeskalation bei der Energieversorgung und der Infrastruktur nötig seien. Russland greift die ukrainischen Energieanlagen derzeit massiv mit Raketen und Drohnen an.

In Dänemark stiess die Initiative auf Kritik. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte dem Rundfunk DR, sie stehe dem Telefonat mit Putin «sehr skeptisch» gegenüber.

Quellen

blue News: Putin spricht erstmals mit Stubb und Støre über Ukraine

NZZ: Finnlands Präsident Stubb und Norwegens Ministerpräsident Störe telefonieren mit Putin – doch das kommt nicht bei allen gut an

Nau.ch: Putin spricht erstmals mit Stubb und Støre über Ukraine

blue News: Putin erhält überraschenden Anruf aus Europa – Dänemark ist verärgert

Nau.ch: Stubb und Støre reden mit Putin über Ukraine-Verhandlungen

zentralplus: Stubb und Gahr Støre sprechen mit Putin

Blick: Finnland und Norwegen wollen mit Putin um Frieden verhandeln

SRF News: Krieg in der Ukraine – Putin telefoniert mit Finnland und Norwegen über Ukraine

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