Staatsanwaltschaft nennt Hitler-Gruss als mutmasslichen Auslöser von Streit in Tuggen SZ

Nach einem Konzert in Tuggen SZ, bei dem ein 27-jähriger Deutscher starb, bestätigt die Staatsanwaltschaft Schwyz eine Auseinandersetzung zwischen fünf bis zehn Personen. Mutmasslicher Auslöser sei gewesen, dass mehrere Anwesende den Hitler-Gruss gezeigt hätten.

Eskaliert sei der Streit an der Afterparty nach dem Konzert im Eventlokal «The Bandits» im Industriegebiet von Tuggen, sagt Christian Wyss, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Schwyz. «Aufgrund der aktuellen Ermittlungen können wir bestätigen, dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen fünf bis zehn Personen gekommen ist.» Bei den Aufnahmen des Konzerts handelt es sich um einen Auftritt der deutschen Band «Krawallbrüder».

Der mutmassliche Täter ist ein 42-jähriger Schweizer, der in Untersuchungshaft sitzt. Er soll seit Jahren beim Neonazi-Netzwerk «Blood and Honour» aktiv sein. Das Netzwerk ist in Deutschland verboten.

Im Dorf herrscht Zurückhaltung. Vor der Kamera will niemand etwas sagen. Mehrere Personen hätten erklärt, der Vorfall sei in Tuggen kein grosses Thema. Mehrere Quellen hätten zudem bestätigt, dass das Eventlokal ein beliebter Treffpunkt für Personen aus dem rechtsextremen Milieu sei. Die Gemeinde will auf Anfrage nicht Stellung nehmen.

Die Betreiber des Lokals bekunden in einer schriftlichen Mitteilung ihre Anteilnahme mit den Angehörigen des Opfers. Sie seien politisch neutral: «Wir distanzieren uns klar von beiden Seiten von Extremismus sowie von jeder Form von Gewalt. Wir stehen für ein friedliches, respektvolles und offenes Miteinander.»

Der Extremismus-Experte Daniel Glaus sagt: «Rassistische und rechtsextreme Gewalt ist eine Konstante in der Schweizer Geschichte. Doch eine mutmassliche Tötung, das ist von einer Qualität, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gab.» Die genauen Umstände des mutmasslichen Tötungsdelikts werden noch untersucht.

Quellen

NZZ: Neonazis provozieren an einem Konzert in Tuggen – ein Mann stirbt. Nun nehmen Rechtsextreme das nächste Konzert ins Visier

SRF News: Tötungsdelikt in Tuggen – Mutmasslicher Täter soll Mitglied von Neonazi-Netzwerk sein

Tages-Anzeiger: Eskalation nach Punkkonzert: Toter bei Party in Tuggen – Verhafteter soll Mitglied von Neonazi-Netzwerk sein

Nau.ch: Toter nach Konzert: Verhafteter (42) von Tuggen SZ soll Neonazi sein

20 Minuten: Verdächtiger soll Neonazi-Netzwerk Blood and Honour angehören

Blick: Toter nach Konzert: Verhafteter ist Blood-and-Honour-Nazi

Mehr auf Newsmag

Grünen-Präsidentin Mazzone geht auf Distanz zu Amaudruz und will Kandidierende anhören

Cassis führt nach Nordkorea auch Gespräche in Seoul – Büro kostet 900’000 Franken pro Jahr

FBI ruft Firmen auf, Ein- und Auszahlungen bestimmter Adressen zu blockieren

Nach dem Zugunglück bei Urda ist die Hälfte der Todesopfer identifiziert