Der Stadtrat von Lugano will die Via Capelli in Via Giuliano Bignasca umbenennen

Der Stadtrat von Lugano hat entschieden, eine Strasse nach dem verstorbenen Lega-Gründer Giuliano Bignasca zu benennen. Gegnerinnen und Gegner wollen dagegen notfalls juristisch vorgehen.

Bignasca war Gründer der Lega dei Ticinesi, jahrelang Stadtrat in Lugano und viele Jahre Mitglied des Nationalrats in Bern. Er gilt als einer der umstrittensten Tessiner Politiker. Er wurde mehrfach verurteilt, unter anderem wegen Steuer- und Verkehrsdelikten sowie wegen Ehrverletzungen. Betroffen ist die Via Capelli, eine Tempo-30-Zone entlang des Flusses Cassarate mit einem breiten Veloweg.

Gegnerinnen und Gegner halten Bignasca für eine solche Ehrung nicht würdig. Diese sollte einer Person zukommen, die in der ganzen Bevölkerung beliebt und angesehen war. Der frühere Staatsanwalt Paolo Bernasconi stellt fest, manche Aussagen Bignascas würde man heute als «Hassrede» bezeichnen. Er verlangt zusammen mit anderen, dass der Tessiner Regierungsrat über die Benennung entscheidet. Viele Stimmen sagen, der Kanton habe dafür keine Kompetenz, andere fordern einen Entscheid des Stadtparlaments.

Der Luganeser Lega-Gemeinderat Gian Maria Bianchetti räumt ein, dass Bignasca zweifellos umstritten war. Er habe aber sehr viel bewirkt, insbesondere für Lugano, und der Fokus solle deshalb auf dem Politiker Bignasca liegen. Bignasca hätte sich wohl über die Ehre eines Strassennamens gefreut. Ob er sich gerade über diesen kleinen Abschnitt gefreut hätte, wird jedoch bezweifelt, da er zeitlebens gegen Tempo-30-Zonen gekämpft hat.

Quellen

NZZ: In Lugano soll eine Strasse nach Giuliano Bignasca benannt werden – dagegen gibt es prominenten Widerstand

SRF News: Alle sind sich in den Haaren – Streit um Giuliano-Bignasca-Strasse in Lugano

SRF News: Alle sind sich in den Haaren – Hochumstrittene Bignasca-Strasse in Lugano

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