Schriftsteller Joachim Lottmann ist im Alter von 70 Jahren gestorben

Der deutsche Schriftsteller Joachim Lottmann ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit am Sonntag im Alter von 70 Jahren, wie aus seinem persönlichen Umfeld bestätigt wurde.

Lottmann hatte seine Krebserkrankung öffentlich gemacht und mitgeteilt, dass er nicht mehr lange leben werde. Zuletzt lag er in einem Wiener Hospiz.

Seit Anfang 2026 dokumentierte er seine Erkrankung im Internet unter dem Titel «Langweiliges Tagebuch». «Sterben ist langweilig», schrieb er darin. «Ich kann nicht mehr atmen, nicht mehr denken. Nur noch schreiben.» In seinem letzten Eintrag vom vergangenen Freitag hiess es: «Ich erwarte täglich das Aus. Tod durch Ersticken.»

Lottmann gilt vielen als Nestor der deutschen Popliteratur. Er wurde 1956 in Hamburg geboren, wuchs in Bayern auf und studierte ab 1976 Theatergeschichte und Literaturwissenschaft in Hamburg. Sein Debüt «Mai, Juni, Juli» erschien 1987. Das Buch wurde zunächst von der Fachkritik verrissen und später gewürdigt. Mit dem autofiktionalen Protagonisten Johannes Lohmer stellte er sein Alter Ego in den Mittelpunkt vieler Werke.

Mehr als ein Dutzend Bücher hat Lottmann verfasst, teils gnadenlose Abrechnungen mit Gesellschaft und Kulturbetrieb. Er scheute sich nicht, Namen zu nennen, und manche Freundschaft ging dabei zu Bruch. Zu seinen Themen gehörten der Finanzcrash («Der Geldkomplex»), die Flüchtlingskrise («Alles Lüge»), die Generationenfragen («Die Jugend von heute») und die Corona-Pandemie («Sterben war gestern»). Er galt als Provokateur, der es mit der Wahrheit nicht immer genau nahm.

Quellen

SRF News: Kulturnews in Kurzform – Sogar sein Sterben hat er inszeniert: Joachim Lottmann ist tot

Tages-Anzeiger: Nachruf auf deutschen Schriftsteller: Er schrieb zuletzt über sein Sterben: Joachim Lottmann ist tot

zentralplus: Autor Joachim Lottmann gestorben

Nau.ch: Schriftsteller Joachim Lottmann ist tot

Mehr auf Newsmag

Claudio von Planta wird in Hollywood mit einem Daytime Emmy ausgezeichnet

Heidi Klum erscheint als blutige Horror-Hand an ihrer Halloween-Party in New York

FBI ruft Firmen auf, Ein- und Auszahlungen bestimmter Adressen zu blockieren

Grünen-Präsidentin Mazzone geht auf Distanz zu Amaudruz und will Kandidierende anhören