Demonstrierende setzen in Tirana das Umweltministerium in Brand
Bei Protesten gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama ist es in der albanischen Hauptstadt Tirana am Samstag eskaliert. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.
Die Proteste begannen am Samstag vor dem Bildungsministerium. Organisiert wurden sie unter anderem von Studierenden. Sie weiteten sich auf andere Ministerien und Teile der Stadt aus. Die Demonstrierenden zogen auch zum Büro von Ministerpräsident Rama, der seit 2013 in dem Balkanland regiert.
Auf Fernsehbildern und in sozialen Medien waren chaotische Szenen zu sehen. Demonstrierende warfen Steine auf Regierungsgebäude und auf die Polizei. Auf dem zentralen Platz zerstörten mehrere junge Demonstrierende eine Kunstinstallation, um Steine und harte Gegenstände zu sammeln. Müllcontainer wurden in Brand gesetzt und der Verkehr gestört. Laut Berichten warfen Demonstrierende auch Feuerwerkskörper und Molotowcocktails.
Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein, um die Menge zu zerstreuen. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. Beamte griffen den Angaben zufolge auch ein Kamerateam eines Fernsehsenders an.
Ministerpräsident Rama erklärte am Samstag, die Regierung werde innerhalb weniger Stunden oder Tage ihre Reaktion auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger darlegen. Wer Gewalt schüre oder ausübe, müsse mit strafrechtlichen und finanziellen Konsequenzen rechnen.
Der Unmut gegen Rama und die gesamte politische Führung wächst seit Monaten. Hinter dem Projekt steht Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Die seither täglich stattfindenden Demonstrationen sind als «Flamingo-Revolution» bekannt, weil in dem Naturschutzgebiet auch Flamingos leben.
Albanien verhandelt inzwischen relativ fortgeschritten über einen EU-Beitritt. Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die politischen Eliten zugleich als gierig, korrupt und inkompetent.
Quellen
Nau.ch: Gewalt und Chaos bei Protesten in Tirana
20 Minuten: Ministerium in Brand gesetzt – Chaos bei Protesten in Tirana
zentralplus: Ausschreitungen in Albanien
Mehr auf Newsmag
Nach dem Zugunglück bei Urda ist die Hälfte der Todesopfer identifiziert
EZB-Präsidentin Christine Lagarde tritt am 7. Februar 2027 vorzeitig zurück
FBI ruft Firmen auf, Ein- und Auszahlungen bestimmter Adressen zu blockieren
Grünen-Präsidentin Mazzone geht auf Distanz zu Amaudruz und will Kandidierende anhören
