Ex-SBB-Kadermann wegen Millionenbetrugs zu 4 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat einen früheren SBB-Abteilungsleiter am Donnerstag wegen mehrfachen Betrugs und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 7 Monaten verurteilt. Die Bundesanwaltschaft hatte mehr als sechs Jahre gefordert.

Die Strafkammer sprach den Hauptangeklagten der mehrfachen ungetreuen Amtsführung, des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen Geldwäscherei und der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig. Vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, der wegen eines bei ihm sichergestellten verbotenen Klappmessers erhoben worden war, wurde er freigesprochen. Die drei mitangeklagten Gehilfen erhalten Strafen von 19 bis 26 Monaten. Die Schwester des Hauptangeklagten wurde freigesprochen.

Der 54-Jährige hatte mit 23 Jahren bei den SBB zu arbeiten begonnen und war 2019 Abteilungsleiter geworden. Ab September 2007 soll er ein System aufgebaut haben, bei dem über die Firmen mehrerer Personen fiktive Rechnungen an die Bahn gestellt wurden; die SBB erhielten dafür keine Gegenleistung. Aufgeflogen ist der Fall laut den Berichten unter anderem wegen einer zerbrochenen Männerfreundschaft und eines Streits um Geld. Ende September 2024 reichten die SBB Strafanzeige ein. Gut zwei Monate später wurde der Mann festgenommen und zwei Monate in Untersuchungshaft gehalten. Die SBB kündigten ihm fristlos. Wegen der 15-jährigen Verjährungsfrist konnten nur Taten ab dem 1. April 2011 verfolgt werden. Der anrechenbare Schaden sinkt damit auf rund 5 Millionen Franken, die die SBB als Privatklägerin zurückfordern. Mit dem Geld finanzierte er laut Anklage ein Haus im Kanton Solothurn, ein weiteres in Florida und zahlreiche Autos, darunter zwei Porsches und ein Lamborghini.

Das Gericht warf dem Angeklagten vor, die SBB «arglistig getäuscht» zu haben. Der vorsitzende Richter sprach von einem skrupellosen Ausnehmen des eigenen Arbeitgebers und einer sehr langen Deliktszeit. Der Angeklagte zeigte sich reuig. Er erklärte, seine frühere Frau habe viele Schulden in die Ehe gebracht, was sein ganzes Vermögen aufgebraucht habe. «Ich habe dann eine völlig blöde Lösung gesucht, wie ich das Problem auffangen kann.» Die Bundesanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 5 Monaten gefordert. Die Verteidigung hatte eine teilbedingte Strafe von 32 Monaten beantragt und den SBB mangelnde Kontrollen vorgeworfen.

Quellen

NZZ: «Ein Betrug wie aus dem Lehrbuch»: langjährige Gefängnisstrafe für Ex-SBB-Kadermann

zentralplus: Freiheitsstrafe für Ex-SBB-Kadermann

SRF News: Bundesgerichtsurteil – Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 7 Monaten für Ex-SBB-Kadermann

Nau.ch: Ex-SBB-Kadermann kommt 55 Monate hinter Gitter

blue News: Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 7 Monaten für Ex-SBB-Kadermann

Tages-Anzeiger: Schlussakt im SBB-Betrugsfall: «Es ist unverzeihlich»: Der tiefe Fall des Luxus-Bähnlers endet im Gefängnis

blue News: SBB-Betrug: Urteil am Bundesstrafgericht in Bellinzona

Blick: Liebes-Drama um den XXL-SBB-Betrug

Nau.ch: Langjährige Freiheitsstrafe für Ex-SBB-Kadermann gefordert

Tages-Anzeiger: Grösster SBB-Korruptionsfall: Ein Rivale des Ex-Bähnlers schlug Alarm: Wie der Millionenbetrug ans Licht kam

Nau.ch: BA fordert langjährige Freiheitsstrafe für Ex-SBB-Kadermann

SRF News: Mutmasslicher Millionenbetrug – Bundesanwaltschaft fordert lange Freiheitsstrafe für Ex-SBB-Kader

blue News: «Vielleicht 20 Minuten» pro Fall: So leicht konnte ein SBB-Kader die Bahn betrügen

Nau.ch: Ex-SBB-Mann vor Gericht – er soll Bahn um 8,7 Mio. betrogen haben

blue News: Entlassener SBB-Kadermann: «Würde alles rückgängig machen»

blue News: Entlassener SBB-Kadermann steht wegen Millionenbetrugs vor Gericht

blue News: SBB-Betrugsfall: Ex-Kader soll 5 Millionen abgezweigt haben

Tages-Anzeiger: Grösster SBB-Korruptionsfall: Porsches, Florida-Anwesen und 28 Waffen: Das Luxusleben eines Bähnlers

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