Passagiere der «Odyssey» müssen in Kambodscha das Schiff verlassen

Nach der Aussetzung des Betriebs wegen explodierender Treibstoffkosten mussten rund 200 Gäste des Kreuzfahrtschiffs in Sihanoukville von Bord gehen. Wohin das Schiff danach fährt, ist unklar.

Der US-Anbieter Villa Vie Residences hatte den Betrieb der «Odyssey» vor wenigen Tagen in Kambodscha ausgesetzt. Das Schiff war seit zwei Jahren für seine Bewohner eine Art Zuhause auf dem Ozean. Das Konzept verbindet langfristige Weltreisen mit dem Komfort eines festen Zuhauses. Ursprünglich sollte die dreijährige Tour alle sieben Kontinente umfassen und bis Ende 2027 dauern. Dann brach der Iran-Krieg aus, und die Treibstoffkosten schossen in die Höhe. Laut dem Betreiber lag der monatliche Spritaufwand pro Kabine früher bei durchschnittlich rund 1800 US-Dollar, in Asien zuletzt schätzungsweise bei 6000 bis 8000 US-Dollar.

Am Dienstag wurde den rund 200 Gästen aus gut einem Dutzend Ländern morgens im Hafen von Sihanoukville mitgeteilt, dass sie ihr schwimmendes Zuhause bis zum frühen Nachmittag verlassen müssten. Auf dem Schiff leben zudem rund 150 Crew-Mitglieder. Laut dem Vize-Provinzgouverneur Long Dimanche wurden viele Rentner und Fernarbeiter an Bord dadurch obdachlos. Viele hätten für die endlose Kreuzfahrt ihre Häuser und Autos verkauft. Nun sässen viele Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt in Hotels fest, andere hätten das Land bereits per Flugzeug verlassen.

Das kambodschanische Tourismusministerium und die Provinzbehörden erklärten sich bereit, Unterstützung zu leisten. Die Kapitäne der «Odyssey» trafen sich bereits mit dem Tourismusminister Huot Hak. Dimanche betonte jedoch, grundsätzlich handle es sich um eine Angelegenheit zwischen dem Unternehmen und seinen Passagieren. Das Schiff soll am Samstag in Sihanoukville Treibstoff aufnehmen und anschliessend den Hafen verlassen. Ob Passagiere an Bord sein werden und wohin es fährt, ist bislang unklar. Ursprünglich war eine Weiterreise nach Vietnam geplant.

Quellen

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Nau.ch: Kreuzfahrt-Aus in Kambodscha sorgt weltweit für Aufsehen

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