G20-Aussenminister beenden Treffen in Atlanta ohne Schlusserklärung und Familienfoto
Das Treffen der G20-Aussenminister in Atlanta ist ohne gemeinsame Schlusserklärung und ohne Gruppenfoto zu Ende gegangen. Der Streit um ein Bild mit dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow hatte das Treffen vorab überschattet.
US-Aussenminister Marco Rubio hatte zu Beginn des Treffens für eine engere Zusammenarbeit geworben. Wirtschaftliche und geopolitische Krisen bedrohten den globalen Handel, die Versorgung mit Energie und Lebensmitteln sowie die freie Schifffahrt. Die US-Regierung hatte ihren Partnern im Krieg gegen den Iran zuvor wiederholt mangelnde Unterstützung vorgeworfen.
Lawrow beklagte am Rande des Treffens fehlende Fortschritte in den Beziehungen zu den USA und sagte, man solle sich keine Illusionen über den Diesel-Deal machen. Anfang Oktober hatten Trump und Putin Diesellieferungen aus Russland in die USA vereinbart; dafür setzte Washington bestehende Sanktionen vorübergehend aus. Der Deal stiess international auf scharfe Kritik, auch in Teilen des US-Kongresses. Lawrow erklärte, die Sanktionen dauerten an, und Washington verhänge zusätzliche Strafmassnahmen gegen die Ölkonzerne Lukoil und Rosneft. Zudem warf er den Europäern vor, sich in den Friedensprozess für die Ukraine einzumischen.
Rubio hatte das Familienfoto abgesagt, nachdem es laut Berichten vor allem von europäischen Mitgliedsländern Kritik gegeben hatte. Der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski, den Rubio als einzigen Gast zu den Beratungen geladen hatte, soll sich ausdrücklich gegen ein Bild mit Lawrow ausgesprochen haben; er sei dabei nicht der Einzige gewesen. Lawrow warf Wadephul daraufhin «Familienfoto-Diplomatie» vor. Wadephul entgegnete im ZDF, der Begriff erwecke das Gefühl von Eintracht, «und eine solche Familie sind wir nun mit Russland zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht». Die Gespräche in Atlanta seien trotz kontroverser Positionen sachlich verlaufen.
Für Mitte November sind laut Kreml-Andeutungen Beratungen zwischen der Ukraine, den USA und Russland in Abu Dhabi geplant, um die seit Monaten unterbrochenen Gespräche über eine mögliche Friedenslösung fortzusetzen. Das Treffen in Atlanta gilt als Vorbereitung auf den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami. Trump hat Putin dazu eingeladen; ob der Kremlchef teilnimmt, ist offen.
Quellen
Nau.ch: Kein Ende der Eiszeit mit Russland bei G20-Aussenministern
blue News: Kein Ende der Eiszeit mit Russland bei G20-Aussenministern
SRF News: G20-Aussenministertreffen – Es reichte nicht mal für das traditionelle «Familienfoto»
20 Minuten: Keiner will mit Lawrow aufs «Familienfoto»
blue News: G20-Aussenministertreffen: Kein Ende der Eiszeit mit Russland
Nau.ch: G20-Aussenministertreffen: Kein Ende der Eiszeit mit Russland
Nau.ch: Kein «Familienfoto»: G20-Aussenminister mit Signal an Moskau
blue News: G20-Aussenministertreffen in USA mit Signal an Moskau
Nau.ch: G20-Aussenministertreffen in USA mit Signal an Moskau
Nau.ch: Ukraine, Iran, Wirtschaft: G20-Aussenminister beraten in Atlanta
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