Der Igel, Tier des Jahres 2026, kämpft wegen der Trockenheit ums Überleben
Ein heisser und trockener Sommer hat beim Igel zu massiver Nahrungsknappheit geführt. Igelstationen melden aussergewöhnlich viele verwaiste Jungigel und geschwächte Muttertiere.
Der Verein Pro Igel teilte am Dienstag mit, dass Igelstationen aus verschiedenen Schweizer Regionen, darunter Bern, Baselbiet, Aargau, Zürich und Luzern, bereits im Frühsommer eine ungewöhnliche Häufung verwaister Jungigel und stark abgemagerter Muttertiere gemeldet hätten. Erfahrene Pflegestellen hätten eine solche Entwicklung in diesem Ausmass bisher nicht erlebt. Eine Tierärztin aus Dätwil ZH berichtete im Bulletin des Vereins von 226 Igeln und 336 nötigen Konsultationen von Januar bis Ende Juli. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 183 Igel und 208 Konsultationen. Die Behandlungskosten lagen im laufenden Jahr zudem um 33 Prozent höher.
Igel ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Kleintieren wie Käfern und Insekten. Anhaltende Hitze und Trockenheit beeinträchtigten die Lebensbedingungen dieser Nahrungstiere und schränkten deren Verfügbarkeit ein. Besonders während der kräftezehrenden Jungenaufzucht traf der Nahrungsmangel die Muttertiere. Anja Straumann von der Igelhilfe Baselbiet schreibt im Bulletin: «Mütter verliessen ihre Jungen, weil sie selbst nicht genug Nahrung zum Überleben finden konnten».
Die Folgen des trockenen Sommers reichen bis in den Herbst. Igel müssen jetzt ausreichende Energiereserven für den Winterschlaf anfressen. Für spät geborene oder bereits geschwächte Jungigel ist der Mangel an Reserven lebensbedrohlich. Das nationale Trockenheitsbulletin vom 22. Oktober 2026 zeigte weiterhin erhebliche bis extreme Bodenfeuchtedefizite in verschiedenen Regionen der Schweiz.
Pro Igel betont, dass der Igel durch menschengemachte Gefahren wie versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und die Zerschneidung seiner Lebensräume ohnehin unter Druck steht. Extreme Wetterereignisse verschärften diese Bedingungen zusätzlich. Der Verein rät zu naturnahen, miteinander verbundenen Lebensräumen, zur gezielten Zufütterung mit hochwertigem, getreidefreiem Katzenfutter und zum Bereitstellen von Wasserstellen.
Quellen
Nau.ch: «Tier des Jahres» kämpft wegen Trockenheit ums Überleben
blue News: «Tier des Jahres» kämpft wegen Trockenheit ums Überleben
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