Opiumproduktion in Afghanistan steigt trotz Taliban-Verbot stark an
Die Opiumproduktion in Afghanistan hat nach Angaben der Vereinten Nationen stark zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist sie um das Fünffache gestiegen.
Laut einem Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hat der Anbau von Schlafmohn um 330 Prozent zugenommen. Zudem wurde die Anbaufläche auf weitere Provinzen des Landes ausgeweitet. Die Taliban hatten den Drogenanbau 2022 verboten und Schlafmohnfelder weiträumig zerstört.
UNODC-Direktorin Monica Juma sagte: «Der vierfache Anstieg des Schlafmohnanbaus zeigt, wie schwer es ist, den illegalen Opiumanbau langfristig zu reduzieren, wenn mittellose Bauern keine Möglichkeiten haben, ihre Familien zu ernähren.» Afghanistan durchläuft eine schwere humanitäre Krise, viele Menschen können sich Lebensmittel kaum noch leisten. Bei der Durchsetzung des Verbots wurden Bauern in der Regel weder entschädigt noch an Alternativen herangeführt.
Die Opiumproduktion liegt laut dem Bericht weiterhin weit unter den Mengen von vor dem Verbot. Die Gesamteinnahmen der Zwischenhändler haben im Berichtsjahr jedoch geschätzt 525 Millionen US-Dollar erreicht und damit wieder etwa das Durchschnittsniveau der Jahre 2018 bis 2021. Die Opiumpreise waren in den vergangenen Jahren auch wegen der Knappheit infolge der Verbote gestiegen.
Der afghanische Aussenminister Amir Khan Muttaqi sagte am Dienstag, die Eindämmung der Drogenproduktion müsse in Abstimmung mit den Nachbarländern geschehen. Der Experte David Mansfield hatte im August mithilfe von Satellitendaten bereits eine Zunahme der Opiumproduktion auch in den Nachbarländern Iran und Pakistan festgestellt.
Quellen
blue News: UN: Opiumproduktion in Afghanistan nimmt stark zu
Nau.ch: UN: Opiumproduktion in Afghanistan nimmt stark zu
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