Schweizer Finanzchefs blicken so optimistisch wie lange nicht in die Zukunft

Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte unter 120 Schweizer Finanzchefs zeigt deutlich mehr Zuversicht als vor einem halben Jahr. Gleichzeitig erwarten die Befragten wegen künstlicher Intelligenz weniger Einstiegs- und Juniorstellen.

Die 52. CFO-Umfrage von Deloitte wurde am Donnerstag veröffentlicht. Demnach erwarten 61 Prozent der Befragten eine positive Konjunkturentwicklung in den kommenden zwölf Monaten, nur 8 Prozent eine Verschlechterung. Dieselbe Zuversicht zeigen die Finanzchefs für die Wirtschaftsentwicklung in China und den USA. Auch das eigene Geschäft beurteilen viele positiv: 52 Prozent rechnen mit besseren Margen. Als grösste Sorge nennen die Befragten geopolitische Risiken, gefolgt von Nachfrageschwäche und Rezession.

Künstliche Intelligenz gilt laut den Befragten als wichtiger Treiber der Zuversicht. Die Unternehmen budgetieren im Schnitt 0,9 Prozent ihrer Gesamtausgaben für KI. 40 Prozent erwarten, dass die Kosten im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als geplant. 69 Prozent setzen Massnahmen zur Kontrolle der KI-Ausgaben um oder planen solche innerhalb der nächsten zwölf Monate. 18 Prozent sehen bereits einen finanziellen Nutzen, weitere 61 Prozent erwarten ihn innerhalb von ein bis drei Jahren.

Beim Personal zeigt sich ein gespaltenes Bild. 64 Prozent der Finanzchefs rechnen in den nächsten drei Jahren mit weniger Einstiegs- und Juniorstellen, nur 5 Prozent mit mehr. Betroffen seien vor allem Datenaufbereitung, Standardanalysen, Reportings, Dokumentationen und Recherchen. In der Schweiz wollen 27 Prozent mehr Personal einstellen, 30 Prozent rechnen mit einem Abbau. An ausländischen Standorten erwarten 39 Prozent mehr Beschäftigte, 16 Prozent weniger.

Deloitte-Schweiz-Chefökonom Michael Grampp sagt: «Auffällig ist, dass Unternehmen höhere Umsätze und Margen erwarten, in der Schweiz aber kaum mehr Personal aufbauen wollen.» Das Wachstum werde stärker über Produktivität, Automatisierung und Auslandsinvestitionen getragen als über zusätzliche Stellen im Inland. Alessandro Miolo, Managing Partner Audit & Assurance bei Deloitte Schweiz, fordert, dass Einstiegsrollen bewusst neu gestaltet werden, etwa mit strukturierten Lernpfaden und klarer Qualitätssicherung im Umgang mit KI.

Microsoft-Gründer Bill Gates fordert wegen des drohenden Jobabbaus durch KI eine spezielle Unternehmenssteuer für den Einsatz von KI-Tokens und Robotern. Amazon-Gründer Jeff Bezos erwartet dagegen, dass Menschen dank KI weniger arbeiten müssen, statt dass es zum Jobverlust kommt.

Quellen

20 Minuten: Finanzchefs jubeln: KI bringt bessere Margen – und Jobabbau

Nau.ch: Schweizer Finanzchefs optimistisch wie lange nicht mehr

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