Am Neuenburgersee wird mit einem Saugbagger gegen die Ufererosion gearbeitet
Am Neuenburgersee verschwindet jedes Jahr rund ein Meter Ufer durch Erosion. Mit einem schwimmenden Saugbagger wird nun Sand vom Seegrund zurück ans Ufer gebracht.
Die Erosion entsteht laut den Angaben durch Wellenbewegungen, Bootsverkehr und starke Zuflüsse. Um die Seeufer in der Region Grande Cariçaie wiederherzustellen, sind 14'000 Kubikmeter Sand nötig. Die Arbeiten kosten 900'000 Franken und werden von den Kantonen Waadt und Freiburg sowie vom Bund getragen. Drei Jahre habe es gedauert, bis eine geeignete Lösung gefunden war, sagt Ludovic Piccand, Direktor der Firma, die die Arbeiten mit dem Saugbagger ausführt.
Die Maschine gräbt mit ihrem Arm bis in eine Tiefe von 5,4 Metern und saugt den Sand unter Wasser ein. Zusammen mit dem Wasser bringt sie ihn ans Ufer, wo eine sanfte Neigung entsteht, damit die Wellen ihn nicht mehr abtragen können. «Wir bauen in einem zweiten Schritt Schilf an und bauen den Schilfgürtel wieder auf», erklärt Piccand.
Auf zwei Uferabschnitten ist das Ergebnis bereits sichtbar. Wo einst eine Wassertiefe von 50 Zentimetern herrschte, liegt nun wieder ein Sandstrand. Insgesamt wird so derzeit ein Kilometer Ufer geschützt. Dahinter befinden sich laut Michel Baudraz, Direktor des Vereins Grande Cariçaie, Naturgebiete von sehr hohem Wert sowie archäologische Stätten, die zum Unesco-Welterbe gehören. Auch Wohnhäuser stehen nur etwa fünfzig Meter vom Wasser entfernt. «In einigen Jahrzehnten würden sie ohne Massnahmen überflutet werden», sagt Baudraz.
Die zweite Phase der Arbeiten soll Anfang 2027 beginnen.
Quellen
Nau.ch: Neuenburgersee-Ufer schwindet – es braucht tonnenweise Sand
20 Minuten: Dem Neuenburgersee fallen die Ufer weg – Saugbagger rettet sie
SRF News: Natürliche Erosion – Dem Neuenburgersee geht das Ufer aus
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