Neuer Wettersatellit Meteosat-13 soll Unwetter früher erkennbar machen

Der europäische Wettersatellit Meteosat-13 ist seit Mitte Oktober im Einsatz. Er soll Meteorologen ermöglichen, Unwetter früher zu erkennen, noch bevor Wolken sichtbar sind.

Meteosat-13 befindet sich rund 36'000 Kilometer über dem Äquator und bewegt sich mit der Erde mit. Von der Erde aus gesehen bleibt er an derselben Position und beobachtet Europa ständig. Alle 30 Minuten liefert er Daten. An Bord ist ein Infrarot-Sounder, der die Atmosphäre vom Boden bis in rund 20 Kilometer Höhe untersucht. Die Daten werden über zwei Bodenstationen empfangen, eine davon in Leuk im Wallis. Von dort gelangen sie nach Darmstadt, wo Temperatur und Feuchtigkeit der Atmosphäre berechnet werden. So lassen sich Instabilitäten erkennen, aus denen sich Unwetter entwickeln können.

Für Gewitter braucht es laut SRF-Meteorologe Roman Brogli im Prinzip drei Zutaten: Feuchtigkeit, einen Auslöser wie eine Kaltfront oder aufsteigende warme Luft und vor allem den Zustand der Atmosphäre. Wetterballone liefern bisher Messdaten, in der Schweiz zweimal täglich von Payerne (VD). Brogli sagt: «Je mehr Daten man hat, desto weniger Fehler machen die Modelle. Den Zustand der Atmosphäre kann man aber nie genau kennen.»

Meteorologe Peter Wick bezeichnet den Satelliten als gewaltigen technologischen Fortschritt, relativiert aber den Begriff «Quantensprung». Mehr Daten bedeuteten nicht automatisch perfekte Prognosen. Ein Satellit allein mache noch keine Wetterprognose, erst das Zusammenspiel mit Wetterradar, Bodenmessstationen, Wetterballonen und Computermodellen ermögliche zuverlässige Vorhersagen. Gewitter lassen sich laut Wick nicht auf die Minute und den Kilometer genau vorhersagen. In der Schweiz erschweren Alpen, Voralpen und Mittelland die Prognosen, weil sie die Luftströmungen stark beeinflussen.

Meteosat-13 gehört zur dritten Generation der Eumetsat-Wettersatelliten. Meteosat-12 ist seit zwei Jahren im Einsatz und liefert alle zehn Minuten Bilder sowie Blitzdaten. Im August 2026 wurde ein weiterer Satellit gestartet, der Europa alle 2,5 Minuten fotografieren soll. Die Mitgliedsländer, darunter die Schweiz, erhalten die Daten kostenlos. Die nationalen Wetterdienste arbeiten nun daran, die Daten in ihre Modelle einzubauen oder KI für Prognosen zu trainieren, wie es Meteo Schweiz tut.

Quellen

20 Minuten: «Gewaltiger Fortschritt»: Werden wir früher vor Gewitter gewarnt?

SRF News: Bessere Unwetterprognosen – Neuer Wettersatellit soll mehr Leben retten und Schäden mindern

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