In Oleschky schweigen vorübergehend die Waffen – Melania Trump soll vermittelt haben
In der russisch besetzten ukrainischen Frontstadt Oleschky sollen die Waffen vorübergehend schweigen, damit eine Hilfsaktion für die Bevölkerung möglich wird. Laut dem Weissen Haus hat First Lady Melania Trump die Waffenruhe vermittelt, und Moskau und Kiew hätten zugestimmt.
Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow erklärte, Russlands Armee beende das Feuer Richtung Cherson wegen eines humanitären Einsatzes. Auch Kiew stimmte zu. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez nannte Hilfslieferungen nach Oleschky als Teil der Vereinbarung. Oleschky liegt am russisch besetzten Ostufer des Dnipro, gegenüber der ukrainisch kontrollierten Stadt Cherson. Vor der russischen Vollinvasion lebten dort rund 24'000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Melania Trump bezeichnete die Lage in Oleschky als dramatisch und sprach von einer Frontstadt am Rand einer Katastrophe. Unklar bleibt, wie ein sicherer Zugang gewährleistet und die Einhaltung der Waffenruhe überwacht werden soll. Die First Lady hatte sich zuvor in einem Brief an Wladimir Putin zum Schicksal der Zivilbevölkerung in der Ukraine geäussert und dafür den Dank des ukrainischen Präsidentenpaars erhalten.
Die Politologin Claudia Brühwiler, Dozentin für Amerikanistik an der Universität St. Gallen, hält ein solches Engagement für denkbar. Das Wirken einer First Lady gilt meist als «Soft Power» in kultur- und sozialpolitischen Fragen. Die zweite Regierung Trump setze jedoch auf Akteure, die keine typischen Diplomaten seien. Schon in der ersten Amtszeit habe Schwiegersohn Jared Kushner, ein Immobilienentwickler, die Abraham-Abkommen ausgehandelt. Brühwiler schliesst nicht aus, dass Melania Trump selbst verhandelt hat.
Den bevorstehenden Zwischenwahlen nächste Woche dürfte der Erfolg laut Brühwiler kaum nützen. Demokraten kritisierten, die Waffenruhe sei womöglich eher ein Triumph für Wladimir Putin als für Donald Trump. Die Amerikanerinnen und Amerikaner beschäftigten vor allem die Wirtschaft und der Iran-Krieg, den sie als unnötig und wirtschaftlich schädlich ansähen. Der Ukrainekrieg stehe für sie weniger im Vordergrund.
Quellen
Nau.ch: Waffenruhe für Oleschky soll auf Melania Trump zurückgehen
SRF News: Waffenruhe bei Cherson – Politologin: «Melania Trump ist eine clevere Geschäftsfrau»
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