Gericht spricht Rechtsextremisten Tommy Robinson der Belästigung von Reportern schuldig
Ein britisches Gericht hat den Rechtsextremisten Tommy Robinson der Belästigung zweier Journalisten schuldig gesprochen. Das Strafmass wird am 16. Dezember verkündet; möglich sind bis zu zehn Jahre Haft oder eine Geldstrafe.
Im Kern des Falls steht eine Reaktion Robinsons auf Berichte aus dem Sommer 2024. Damals war es nach dem Mord an drei Mädchen im nordenglischen Southport landesweit zu rechtsextremen und rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen. Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heisst und mehrfach vorbestraft ist, soll dabei eine Schlüsselrolle gespielt haben; er verfügt unter anderem auf der Plattform X über eine grosse Reichweite. Die Berichte warfen ihm vor, während eines Urlaubs auf Zypern mit Beiträgen in sozialen Medien die Unruhen angestachelt zu haben.
Robinson soll daraufhin die beiden Journalisten mit «rüpelhaften, einschüchternden Taktiken» bedroht haben, wie im Gericht dargelegt wurde. Er engagierte demnach Privatdetektive, um die Wohnadressen der Journalisten herauszufinden, und veröffentlichte Fotos. Einer der Journalisten erhielt Personenschutz, der andere musste sein Zuhause verlassen. Robinson bestritt vor Gericht eine Einschüchterungsabsicht. Er habe lediglich Druck ausüben wollen, weil er seine Familie durch die Berichterstattung gefährdet gesehen habe.
Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete aus dem Gerichtssaal, die Journalisten hätten wegen des einschüchternden Verhaltens gewaltsame Übergriffe befürchtet. Dem 43-Jährigen droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, möglich ist auch eine Geldstrafe. Das Strafmass soll am 16. Dezember verkündet werden.
Quellen
Nau.ch: Reporter belästigt: Britischer Rechtsextremist verurteilt
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