Christine Wunnicke erhält den Georg-Büchner-Preis 2026

Die deutsche Autorin Christine Wunnicke ist bei einem Festakt in Darmstadt mit dem Georg-Büchner-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründete die Entscheidung mit Wunnickes «stets überraschendem und souverän konzipiertem Erzählwerk». Die Jury lobte, dass Wunnicke im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar mache und so einen entlarvenden Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte ermögliche. Die Verbindung von Unterhaltung und anspruchsvoller Reflexion geschehe «auf so grossartige wie diskrete Weise».

In ihrer Dankesrede im Staatstheater sagte Wunnicke: «Was ich beim Schreiben am liebsten tue und am besten kann, ist streichen.» Deshalb seien ihre Bücher irgendwann so kurz geworden. Beim Verfassen der Dankesrede habe sie selbst angefangen zu streichen, bis am Schluss nur noch ein Satz übrig gewesen sei. Die 60-Jährige sagte am Abend zudem: «Ich bin immer noch perplex.» Sie lese oft im öffentlichen Nahverkehr, weil sie sich dort gut konzentrieren könne.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa und der Autor und Literaturkritiker Helmut Böttiger mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay. Beide Preise sind mit je 20.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Trägern des Büchner-Preises gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967), zuletzt Oswald Egger und Ursula Krechel. Namensgeber Georg Büchner, Dramatiker und Revolutionär («Woyzeck»), wurde 1813 im Grossherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich.

Quellen

Nau.ch: Autorin Wunnicke mit Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet

zentralplus: Georg-Büchner-Preis für Wunnicke

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