Im Mordprozess um Fabian beteuert die Angeklagte im Schlusswort ihre Unschuld
Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die 30-jährige Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Rostock ihre Unschuld beteuert. Die Verteidigung forderte einen Freispruch, das Urteil ist für den 10. November vorgesehen.
Am Freitag hatte Gina H. vor dem Landgericht Rostock das letzte Wort. Sie sei eine gute Mutter gewesen und für Fabian eine Vertrauensperson, sagte sie. Es sei schlimm, was mit ihm passiert sei. Sie sei unschuldig und werde dies so lange sagen, bis man ihr glaube. Sie kritisierte «Vorverurteilungen» und sagte, sie habe vom Gericht keine Neutralität gespürt. Notfalls werde sie bis vor die höchste Gerichtsinstanz gehen: «Ich werde so lange kämpfen, bis ich auf freiem Fuss bin!»
Die Verteidigung um Anwalt Löcker hält die Ergebnisse des Faserspurengutachtens für ungeeignet. Fasern, die im Auto der Angeklagten gefunden und einer Jacke Fabians zugeordnet worden waren, seien zu wenig genau überprüft worden. Viele Puzzleteile seien mit der Zeit «unpassend» geworden, im Prozess seien oft «Annahmen, die sich nicht sicher belegen lassen» gefallen. Zweifel dürften nicht zulasten der Angeklagten aufgelöst werden. Gina H. habe Fabian zudem mehrfach vor seinem Vater in Schutz genommen und Gewalt grundsätzlich abgelehnt.
Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte am Donnerstag am 33. Verhandlungstag auf Mord plädiert. Staatsanwalt Oliver Schley zeigte sich überzeugt, dass die Angeklagte den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl erstochen hat, rund 15 Kilometer südlich von Güstrow. Danach soll sie versucht haben, die Leiche zu verbrennen. Es handle sich um einen reinen Indizienprozess ohne Geständnis und ohne Augenzeugen. Schley beantragte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld; bei einer Verurteilung wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Als Motiv nannte er die Trennung des Vaters von der Angeklagten im August 2025, die sie als existenzbedrohend empfunden habe, da sie finanziell von ihm abhängig gewesen sei. Fabians Mutter tritt als Nebenklägerin auf. Ihre Anwältin Christine Habetha fordert ebenfalls eine Verurteilung wegen Mordes.
Das Urteil soll am 10. November fallen, am 35. Verhandlungstag und exakt 13 Monate nach dem Tod des Jungen. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.
Quellen
20 Minuten: Gina H.: «Werde so lange kämpfen, bis ich auf freiem Fuss bin!»
Blick: «Ich werde kämpfen, bis ich auf freiem Fuss bin»
20 Minuten: Fall Fabian neigt sich dem Ende zu: Kläger fordern 30 Jahre Haft
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