Linke Parteien fordern neues Tempo-30-Projekt an der Rosengartenstrasse
Nach dem Verzicht der Stadt Zürich auf einen Weiterzug bei Tempo 30 verlangen SP, Grüne, AL, IG Westtangente Plus und umverkehR ein rasches neues Projekt. Die Stadt zieht den Nein des Kantons zu den Fussgängerstreifen ans Verwaltungsgericht weiter.
Der Zürcher Stadtrat hat angekündigt, den Entscheid der Kantonsregierung zu zwei ebenerdigen Querungen an der Rosengartenstrasse anzufechten. Der Regierungsrat hatte das Strassenbauprojekt Ende September gestoppt. Die neuen Übergänge sollen vor allem Menschen mit Behinderungen zugutekommen, die heute die Unterführungen mit steilen Rampen und Treppen benachteiligen. Der Gemeinderat hatte im Herbst 2025 mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für Lichtsignale und Fussgängerstreifen gestimmt; konkret waren für diesen Sommer zwei behindertengerechte Überquerungen geplant.
Der Kanton befürchtet, dass eine Fahrbahnverengung und zusätzliche Ampeln das Stau-Risiko massiv erhöhen würden, und hält die bestehenden Unter- und Überführungen für ausreichend und sicherer. Beim Tempo 30 verzichtet die Stadt auf einen Weiterzug. Sie schätzt die Erfolgschancen als gering ein, unter anderem wegen eines veralteten städtischen Gutachtens und der seit Juni geltenden kantonalen Hoheit über Geschwindigkeitsanordnungen. Die Stadt hält jedoch an der Temporeduktion als zentraler Lärmschutzmassnahme fest. Auf der Achse fahren täglich 55’000 Autos, rund 3000 Anwohnerinnen und Anwohner sind von übermässigem Lärm betroffen, rund 1000 davon sogar über dem Alarmwert. Der Lärmschutz ist laut Stadt vom Bund vorgeschrieben.
Die Parteien SP, Grüne, AL, IG Westtangente Plus und umverkehR verlangen in einer gemeinsamen Mitteilung, dass der Stadtrat das Tempo-30-Vorhaben prioritär behandelt und zügig ein neues Projekt ausarbeitet. Dafür brauche es schnellstmöglich ein Gutachten, das den Rechtsanspruch der Anwohnenden auf Lärmsanierung erfülle. Gleichzeitig kritisieren sie die «willkürliche» Ablehnung durch den Kanton und dessen «Blockadehaltung auf dem Rücken der Quartierbevölkerung».
Stadträtin Karin Rykart (Grüne) sieht den Verzicht auf einen Weiterzug bei Tempo 30 nicht als Niederlage. Ein Gang ans Verwaltungsgericht würde die Sache nur weiter verzögern. Der Stadtrat prüft nun das weitere Vorgehen, um die Verkehrsachse trotzdem zu beruhigen.
Quellen
Nau.ch: Linke Zürcher Parteien wollen neues Tempo-30-Projekt am Rosengarten
Tsüri: Kanton verhindert Tempo 30 auf Rosengartenstrasse – doch die Stadt gibt nicht auf
NZZ: Tempo 30 auf der Rosengartenstrasse: Die Stadt Zürich knickt endgültig ein
Nau.ch: Stadt Zürich kämpft vor Gericht um Querung an Rosengartenstrasse
Mehr auf Newsmag
Grünen-Präsidentin Mazzone geht auf Distanz zu Amaudruz und will Kandidierende anhören
Cassis führt nach Nordkorea auch Gespräche in Seoul – Büro kostet 900’000 Franken pro Jahr
FBI ruft Firmen auf, Ein- und Auszahlungen bestimmter Adressen zu blockieren
Nach dem Zugunglück bei Urda ist die Hälfte der Todesopfer identifiziert
