Staaten einigen sich an Uno-Biodiversitätskonferenz in Armenien auf Schutzmassnahmen

Die knapp 200 Teilnehmerstaaten haben sich nach zwei Wochen zäher Verhandlungen auf weitere Massnahmen zum Schutz der Natur geeinigt. In den Abschlussdokumenten wurden Formulierungen abgeschwächt und einzelne Passagen gestrichen.

Die Abschlussverhandlungen in Eriwan dauerten knapp 12 Stunden. Mehrmals sah es laut Berichten nach keiner Einigung aus, ein Scheitern wie vor zwei Jahren in Kolumbien wollte aber niemand. Russland blockierte bei vielen Punkten. Die Beschlüsse umfassen unter anderem eine Bestandesaufnahme zur Umsetzung des globalen Biodiversitätsabkommens von 2022. Die Staaten erkannten zudem offiziell an, dass die Welt nicht auf Kurs ist, die bis 2030 gesetzten Ziele zu erreichen. Der globale Zwischenbericht, der kurz vor der Konferenz veröffentlicht wurde, hatte die Defizite deutlich aufgezeigt.

Die Staaten einigten sich darauf, Unternehmen und Finanzinstitute stärker einzubeziehen, um die Ziele zu erreichen. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) teilte mit, Innovationen, Investitionen in die Natur sowie nachhaltigere Produktions- und Konsummuster könnten dazu wesentlich beitragen. Zudem soll das Bewusstsein für den Wert der Natur gestärkt werden, etwa für die Insektenvielfalt als Bestäuber in der Landwirtschaft. Politische und wirtschaftliche Anreize sollen den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität fördern. Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz stehen, dieses Ziel war bereits 2022 vereinbart worden.

Überraschend gelang eine Einigung beim Thema Subventionen. Die Staaten erhielten konkrete Aufforderungen und Empfehlungen, wie die Umsetzung beschleunigt werden soll. Subventionen etwa für Verkehr oder Landwirtschaft, die der Artenvielfalt schaden, sollen identifiziert, reduziert und umgelenkt werden. Drei Initiativen zum Abbau schädlicher Subventionen wurden lanciert.

Bei der Finanzierung des Naturschutzes blieben die Staaten bei bekannten Mustern. Die Liste der Geberstaaten, die seit 1992 besteht, blieb unverändert, grosse Schwellenländer wie China konnten nicht eingebunden werden. Ungelöst bleibt, wie indigene und lokale Gemeinschaften mitentscheiden dürfen. Der Cali-Fonds, in den Pharma-, Agrar- und Biotechnologie-Unternehmen freiwillig einzahlen sollen, dürfte sich laut Einschätzungen nicht rasch füllen. Eine Kontroverse gab es um die wissenschaftlichen Berichte des Weltbiodiversitätsrats: Viele Länder wollten die Fakten zunächst nicht anerkennen, schliesslich waren sie dazu aber bereit.

Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt nun, wenn der beschlossene Fahrplan in den Heimatländern umgesetzt wird. Bis 2030 bleibt dafür nicht mehr viel Zeit.

Quellen

SRF News: Artenschutzkonferenz Armenien – Ein Schritt vorwärts – trotz vieler Kompromisse

Tages-Anzeiger: Weltbiodiversitätskonferenz in Armenien: Staaten einigen sich auf weitere Massnahmen zum Schutz der Natur

Nau.ch: Staaten beschliessen weitere Massnahmen für Biodiversitätsschutz

blue News: Staaten beschliessen weitere Massnahmen für Biodiversitätsschutz

zentralplus: Biodiversität: Abschluss mit Abstrichen

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