Eralp äussert in internen Notizen Angst vor Hamas-Sympathisanten in Berlin

Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp schreibt in internen Anmerkungen zu einem autorisierten Interview, sie und ihr Mann hätten Angst vor Hamas-Sympathisanten. Die Anmerkungen wurden öffentlich, weil die Interviewfassung versehentlich mit den Kommentaren zurückgeschickt worden war.

Im Interview ging es um den Antisemitismus in der Linken. Auf die Frage, ob sie damit Ibrahim Ibrahim meine, antwortete Eralp mit «Ja». Ibrahim war im September bei der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln aufgetaucht und hatte den Chefplaner des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 als Märtyrerhelden bezeichnet. In ihren Anmerkungen schrieb Eralp, sie und ihr Mann wollten keine konkreten Namen nennen, er habe Angst vor diesen Leuten und sie auch. Das Landeskriminalamt habe ihr einst empfohlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals sei es um organisierte Kriminalität gegangen, «jetzt geht’s um Leute mit Kontakten zur Hamas». Sie hätte das Interview «niemals zusagen dürfen».

Die interviewende Redaktion begründete die Veröffentlichung damit, dass Gründe gegen eine Publikation bestanden, allen voran Eralps Sicherheitsbedenken. Die politische Tragweite der Notiz wiege aber schwerer, die Öffentlichkeit müsse davon erfahren. Als Regierende Bürgermeisterin wäre Eralp für den sicherheitspolitischen Kurs der Stadt zuständig. Sie will in einer Koalition mit Grünen und SPD Regierende Bürgermeisterin werden.

Am Donnerstag kommt das Berliner Abgeordnetenhaus knapp sechs Wochen nach der Wahl zur konstituierenden Sitzung zusammen. Die Linke als stärkste Fraktion hat das Vorschlagsrecht für das Amt der Parlamentspräsidentin und nominierte Hendrikje Klein, die erste Linke in diesem Amt wäre. Die CDU schlägt für ein Vizepräsidium die bisherige Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld vor. Den AfD-Kandidaten Martin Trefzer wollen Linke, CDU, Grüne und SPD nicht wählen.

Quellen

NZZ: Eine Politikerin, die sich von Extremisten bedroht fühlt, kann nicht die Sicherheit in der deutschen Hauptstadt verantworten

Tages-Anzeiger: Interviewpanne bei der Berliner Linkspartei: «Ich habe Angst vor diesen Leuten»: Wie das Hamas-nahe Milieu Elif Eralp einschüchtert

20 Minuten: Berliner Linke: Panne offenbart Angst vor Hamas-Sympathisanten

watson: Linke in Berlin: Elif Eralp fürchtet Terrorsympathisanten der Hamas

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