London untersagt König Charles III. das Eingeständnis einer Schuld für die Sklaverei
London verbietet König Charles III. auf seiner Karibik-Reise, eine Schuld Grossbritanniens an der Sklaverei einzuräumen. Die Karibische Gemeinschaft Caricom verlangt von den früheren Kolonialmächten Entschuldigungen, Schuldenerlass und Wiedergutmachung.
Die Caricom treibt das Thema Reparationen seit Jahren voran. Die meisten unabhängigen Staaten der Karibik und alle ehemaligen britischen Kolonien sind Mitglied, und seit 2013 besteht eine Kommission für Reparationen. Gefordert werden eine offizielle Entschuldigung, Schuldenerlass, die Rückgabe von Kulturgütern sowie Unterstützung bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte, etwa Zugang zu Archivmaterial in Europa oder Museen in der Karibik. Zudem sollen Klimamassnahmen als Entschädigung dienen, denn für die Plantagen wurden Wälder abgeholzt, die vielerorts bis heute nicht wieder aufgeforstet sind.
Die UNO-Generalversammlung hat dieses Jahr mit grosser Mehrheit den transatlantischen Sklavenhandel als «schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit» eingestuft. Mindestens 12,5 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner wurden während fast vier Jahrhunderten verschleppt und verkauft. Allein auf rund 35’000 Überfahrten über den Atlantik starben zwei Millionen Menschen. Der Papst hat sich für die Rolle des Vatikans entschuldigt, Sklaverei zu legitimieren, und Frankreich hat formell den Code Noir aus dem 17. Jahrhundert abgeschafft. Im Sommer legten karibische und afrikanische Regierungsvertreter gemeinsam einen konkreten Plan für Reparationszahlungen vor.
Jamaika hat im letzten Monat König Charles eine Petition überreicht. Ein Prozess ist angestossen, um rechtlich zu klären, ob Grossbritannien zur Wiedergutmachung verpflichtet ist. Auf den Bahamas, wo König Charles mit Gattin Camilla auf Staatsbesuch war, anerkannte er das Leid durch die Sklaverei während der britischen Kolonialzeit, eine klare Entschuldigung blieb aber aus. Dass London ihm dies untersagt, ist der neueste Stand zur Reise.
Quellen
Tages-Anzeiger: Streit wegen Sklavenhandel: Charles III. darf sich nicht entschuldigen
Blick: König Charles soll sich endlich entschuldigen
SRF News: Sklavenhandel – Karibikstaaten fordern Reparationen
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