Putin wirbt am dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau um afrikanische Staaten
Zwanzig Staats- und Regierungschefs sind zum dritten Russland-Afrika-Gipfel nach Moskau gereist. Russland will sich als besserer Partner als der Westen präsentieren, der Einfluss des Landes auf dem Kontinent bleibt laut Analysen aber begrenzt.
Geplant sind eine Abschlusserklärung und ein Aktionsplan für die nächsten zwei Jahre. Auf der Agenda stehen Handel, Nuklearenergie und Sicherheitsfragen. In seiner Rede vom Mittwoch bezeichnete Präsident Wladimir Putin den Westen als neokolonial und ausbeuterisch und sagte, Russland sei für den Kontinent der bessere Partner. Der Empfang ist pompös inszeniert: Bei der Ankunft der Gäste war der rote Teppich so breit, dass die wartende Limousine quer darauf Platz hatte.
Nur ein Drittel der Befragten bewertet den russischen Einfluss positiv; die Umfrage ist zwei Jahre alt. Zuletzt sorgten Fälle für Kritik, bei denen Menschen unter falschen Jobversprechen nach Russland gelockt wurden und schliesslich an der Front in der Ukraine landeten.
Wirtschaftlich ist Russland in Afrika ein kleiner Akteur: Handel und Investitionen wuchsen kaum, obwohl beim ersten Gipfel 2019 mehr angekündigt worden war. Afrika handelt mit China und der EU über zehnmal mehr als mit Russland. Stärker ist Russland im Sicherheitsbereich als Waffenexporteur und mit Soldaten des Afrikakorps, der staatlichen Nachfolgeorganisation der Wagnergruppe, etwa in Mali und Niger. Dort gelang es trotz der Präsenz nicht, die Sicherheitslage insgesamt zu verbessern. Im Kreml empfing Putin Dutzende Vertreter afrikanischer Länder und pries Russland als deren «natürlichen Verbündeten» an.
Quellen
NZZ: Russland kämpft um Einfluss in Afrika, aber sein Vormarsch auf dem Kontinent stockt
SRF News: Russland-Afrika-Gipfel – Was sich Afrikas Mächtige von Putin erhoffen
SRF News: Russland-Afrika-Gipfel – Afrikas Mächtige reisen nach Moskau – mit eigener Agenda
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