Betreiber stoppt Kreuzfahrtschiff «Villa Vie Odyssey» in Kambodscha – Bewohner müssen von Bord

Der Betreiber Villa Vie Residences hat den Betrieb der «Villa Vie Odyssey» in Kambodscha vorläufig eingestellt. Hunderte Bewohnerinnen und Bewohner mussten am Dienstag innert weniger Stunden das Schiff verlassen, darunter das Paar Lanette Canen und Johan Bodin.

Die Bewohnerinnen und Bewohner erfuhren am Dienstag gegen 6 Uhr morgens, dass sie bis 14 Uhr von Bord müssen. Als Grund nennt der Betreiber stark gestiegene Treibstoffkosten seit Beginn des Iran-Kriegs. In den nächsten 60 Tagen will sich das Unternehmen neu aufstellen und frisches Kapital beschaffen. Ob das gelingt, ist offen.

Lanette Canen und Johan Bodin hatten nach eigenen Angaben rund 100’000 US-Dollar für ihre Kabine bezahlt, dazu kamen monatliche Gebühren von rund 3500 Dollar für beide. Mit einer Rückzahlung rechnen sie nicht. Ein möglicher Investor hatte das Schiff geprüft; wenige Tage vor der Aufforderung erfuhren sie, dass die Investition nicht zustande kommt. Das Paar wohnt nun in einem Hotel in Sihanoukville. Villa Vie helfe mit Shuttles und beim Gepäck. Gründer Mikael Petterson kündigte gegenüber Bloomberg an, Unterkunft und lokale Transporte zu übernehmen. Einen Termin für eine mögliche Rückkehr habe das Unternehmen nicht genannt.

Das Paar hat entschieden, unabhängig von einer Wiederaufnahme des Betriebs weiterzuziehen, da der Betreiber höhere Monatsgebühren geplant hatte: «Die geplante Erhöhung hätte das Leben an Bord für uns unbezahlbar gemacht.» Nach etwa einer Woche in Sihanoukville wollen sie nach Phnom Penh und danach Südostasien bereisen, unter anderem Vietnam, Bali und Thailand. Trotz des Verlusts sagen sie: «Die Erfahrung war es trotzdem wert.» Auch andere ehemalige Mitreisende bleiben an Land in Kontakt.

Quellen

blue News: Paar wollte 15 Jahre auf Kreuzfahrtschiff leben − nach zwei Jahren ist Schluss

20 Minuten: Kreuzfahrt wird zum Fiasko: «Nach 2 Jahren von Bord geschmissen»

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