Netanjahu wirbt im Wahlkampf mit Bild eines Atompilzes über Tel Aviv
Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit der Darstellung einer nuklearen Explosion über Tel Aviv vor einer iranischen Atombombe gewarnt. Sein Hauptrivale Gadi Eisenkot wirft ihm «Lügen und Angstmache» vor.
Netanjahu veröffentlichte die Darstellung auf sozialen Medien. Sie soll eine nukleare Explosion über der Küstenmetropole Tel Aviv zeigen und wurde als KI-Bild bezeichnet. Die Gefahr soll vom Iran ausgehen. In seinem Beitrag stellte Netanjahu die Gefahr eines Atomangriffs über innenpolitische Streitfragen. Debatten über Katar, die ultraorthodoxe Bevölkerung und die Wehrpflicht beschrieb er als Ablenkungsmanöver. Sollten zwei Atombomben auf Zentralisrael fallen, werde sich niemand mehr für diese Auseinandersetzungen interessieren.
Netanjahu schrieb, wer um sein eigenes körperliches Überleben besorgt sei, sollte «mit zitternder Hand wählen», wenn er seine Stimme jemandem gebe, der die Aufgabe nicht erfüllen werde. Dies wurde offenbar mit Blick auf ein erneutes Vorgehen gegen den Iran formuliert. Solche Wählerinnen und Wähler setzten sich und ihre Angehörigen der Gefahr eines «zweiten Holocaust» aus. Zur Begründung zitierte Netanjahu den IT-Unternehmer Yuval Bloomberg, der von einer «realen und konkreten existenziellen Bedrohung» durch den Iran sprach. Netanjahu bekräftigte zudem die Einschätzung, Israel habe unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump noch zwei Jahre Zeit, um der iranischen Bedrohung zu begegnen. Teheran bestreitet Pläne zur nuklearen Aufrüstung.
Hauptrivale Gadi Eisenkot von der Mitte-Partei Jaschar nannte den Regierungschef «hysterisch». Der Ex-Militärchef schrieb auf X: «Wie in jedem Wahlkampf greifst du wieder zu den altbekannten Methoden: Lügen und Angstmache. Diesmal schüchterst du die israelische Bevölkerung mit der Drohung massiver Zerstörung ein. Und das, nachdem du die Kriegsziele gegenüber dem Iran nicht erreicht hast.» Netanjahu sei gescheitert, und man werde ihn nach der Wahl ablösen.
Die Wahl findet am Dienstag statt. Umfragen sehen Netanjahus rechtsreligiöses Lager bei rund 50 Sitzen, deutlich unter der für eine Regierungsmehrheit nötigen Schwelle von 61 der 120 Knesset-Mandate. Das Oppositionslager kommt auf 52 bis 56 Sitze. Die arabischen Parteien könnten mit weiteren 14 bis 16 Mandaten eine Schlüsselrolle spielen. Eine klare Mehrheit eines Lagers zeichnet sich bisher nicht ab.
Quellen
Blick: Netanyahu macht Wahlkampf mit KI-Atompilz über Tel Aviv
Nau.ch: Netanjahu macht Wahlkampf mit Bild von Atompilz über Tel Aviv
Tages-Anzeiger: Wahlkampf in Israel: Netanyahu macht Wahlkampf mit Bild von Atompilz über Tel Aviv
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