Polarwirbel teilt sich laut Modellrechnungen so früh wie nie seit Messbeginn

Der Polarwirbel über der Arktis gerät nach aktuellen Modellrechnungen Ende Oktober und Anfang November ins Wanken. Für die Schweiz steigen damit die Chancen auf Kaltluft, ob sie tatsächlich ankommt, lässt sich aber noch nicht seriös vorhersagen.

Der stratosphärische Polarwirbel über der Arktis schwächt sich Ende Oktober und Anfang November deutlich ab, teils könnten die Westwinde kurzzeitig auf Ostwind drehen. Laut Meteorologe Klaus Marquardt wurde ein vergleichbar früher Ereignis seit Beginn der Messungen in den 1950er-Jahren nicht beobachtet. Ansatzweise gleich früh setzte der Split nur in den Jahren 1968 und 2025 ein.

Normalerweise hält der Polarwirbel laut Meteorologe Peter Wick die kalte Luft wie ein Deckel über dem Nordpol. Wird er gestört, zerfällt der Starkwindgürtel in mehrere Zentren und kann die Luft nicht mehr zuverlässig einschliessen. Der Split tritt sonst meist zwischen Dezember und Januar auf und sorgt dann in Europa für frostige Temperaturen.

Für die Schweiz könnte die Störung mittelfristig bedeuten, dass die sonst oft milde Westströmung vom Atlantik weniger stabil ist. Damit würden Frost und Schnee auch in tieferen Lagen möglich. Laut Modellen könnten im November blockierte Wetterlagen auftreten, von Kaltluft bis zu milden Phasen sei vieles möglich. Ob die Kaltluft Mitteleuropa und die Schweiz tatsächlich erreicht, lasse sich laut Meteorologen heute nicht seriös vorhersagen.

Der Polarwirbel befindet sich im November noch im Aufbau, seine Winde sind deutlich schwächer als im Hochwinter. Der Split gilt deshalb trotz seines aussergewöhnlich frühen Auftretens als eher schwaches Ereignis. Nach aktuellen Modellen dürfte er um den 11. November bereits wieder nachlassen.

Quellen

20 Minuten: Bald schon Schnee? Polarwirbel teilt sich so früh wie noch nie

Blick: Droht der Schweiz ein eisiger November mit Schnee?

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