Bei den US-Midterms könnten Latino-Wähler über wichtige Sitze entscheiden

Vor den US-Midterms am Dienstag gelten Latino-Wähler als entscheidende Gruppe. Umfragen deuten auf eine Abkehr von den Republikanern hin, unter anderem im 22. Kongresswahlbezirk in Kalifornien.

Im 22. Kongresswahlbezirk in Kalifornien tritt der 31-jährige Demokrat Randy Villegas gegen den republikanischen Amtsinhaber David Valadao an, um den Sitz im Repräsentantenhaus zu gewinnen. Villegas ist Sohn mexikanischer Einwanderer und wuchs im landwirtschaftlich geprägten, traditionell konservativen Central Valley auf. Jüngsten Umfragen zufolge liegt das Rennen Kopf an Kopf; Villegas hat gute Chancen, vor allem mit Hilfe der Latino-Wähler. Unterstützt wird er von linken Politikern wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez.

Noch 2024 stimmten viele Latinos für Donald Trump und seine Partei. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Siena favorisieren Latino-Wählerinnen und -Wähler nun die Demokraten gegenüber den Republikanern mit einem Vorsprung von 30 Prozentpunkten. Damals hatten viele Latinos auf Trumps Versprechen gesetzt, die Lebenshaltungskosten zu senken. Stattdessen sorgen steigende Preise für Benzin, Lebensmittel und Gesundheitsversorgung für Frust, in ländlichen Bezirken teils für einen echten Überlebenskampf.

Villegas setzt in seiner Kampagne auf die Senkung der Lebenshaltungskosten, eine allgemeine staatliche Krankenversicherung («Medicare for All») und Hilfen für Arbeiterfamilien. Er kritisiert die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE sowie Trumps Migrations- und Abschiebepolitik. Die teils brutalen Übergriffe der Bundesbehörden gegen Migranten sind umstritten und hatten landesweit grosse Proteste ausgelöst. Eine Einwanderin aus Mexiko berichtet, viele in ihrer Latino-Community, die 2024 für Trump gestimmt hätten, bereuten dies inzwischen. Viele hätten Angst vor ICE-Einsätzen und Abschiebungen, selbst Migranten mit Papieren.

Auch aus den eigenen Reihen erhält Trump Gegenwind. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida, die um ihren Wiedereinzug ins Repräsentantenhaus kämpft, sagte in einer Videobotschaft im September: «Herr Präsident, einige Ihrer Massnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen.» Sie warf Trump vor, dass viele von den Behörden festgehaltene Menschen keine Vorstrafen hätten. «Dieselben Hispanics, die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weisse Haus zu gelangen, fühlen sich heute verraten», ergänzte sie.

Quellen

blue News: Sie halfen Trump ins Weisse Haus – jetzt wenden sie sich von ihm ab

Nau.ch: Auf diese Wählergruppen kommt es bei den Midterms an

blue News: Auf diese Wählergruppen kommt es bei den Midterms an

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