Hilfsorganisation übergibt Leichen an Haiti-Mission – unklar, ob es die Vermissten sind
El Salvador hat in den vergangenen Tagen rund 2000 Soldaten nach Haiti geschickt, um vier seit einem Angriff vermisste Armeeangehörige zu suchen. Eine Hilfsorganisation hat der internationalen Mission «Gang Suppression Force» (GSF) Leichen übergeben; ob es sich um die Vermissten handelt, konnte nicht bestätigt werden.
Die Vermissten sind vier Luftwaffentechniker, die der GSF angehören. Laut der Mission werden sie seit einem Angriff auf die Truppe in der Gemeinde Croix-des-Bouquets nordöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince am 18. Oktober vermisst. Das salvadorianische Aussenministerium bezeichnete den Einsatz am Mittwoch (Ortszeit) auf X als «grossangelegt» und erklärte, er werde international unterstützt.
Die GSF schrieb am Sonntag auf X, dass ihr eine Hilfsorganisation Leichen übergeben habe. Ob es sich dabei um die vier Vermissten handle, könne nicht bestätigt werden. Bukele sicherte in einem Gespräch mit Haitis Premierminister Alix Didier Fils-Aimé weitere Unterstützung im Kampf gegen die Kriminalität zu, wie das Aussenministerium mitteilte.
Der internationalen Truppe gehören derzeit rund 2000 Einsatzkräfte aus sechs Staaten an. Haiti hat seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 kein Staatsoberhaupt mehr. Gewalttätige Banden kontrollieren laut Angaben mehr als 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince und terrorisieren immer mehr Gemeinden.
Laut Daten der Vereinten Nationen haben bewaffnete Banden allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 2300 Menschen in Haiti getötet, mehr als 1100 weitere verletzt und fast 100 entführt. El Salvadors Präsident Bukele geht im eigenen Land ebenfalls hart gegen Banden vor. Seit 2022 gilt dort der Ausnahmezustand, der Polizei und Militär erlaubt, Menschen ohne Haftbefehl festzunehmen. Laut Regierung wurden seither mehr als 90'000 Menschen inhaftiert.
Quellen
Nau.ch: El Salvador schickt 2.000 Soldaten nach Haiti
blue News: El Salvador schickt 2.000 Soldaten nach Haiti
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