Der Halloween-Brauch «Süsses oder Saures» verbindet zwei ältere Traditionen

Der Brauch, an Halloween von Tür zu Tür «Süsses oder Saures» zu rufen, verbindet das christliche «Souling» und das schottisch-irische «Guising». Den Ausruf «Trick or Treat» gibt es seit den 1920er-Jahren in Nordamerika.

Beim Souling zogen ab dem Spätmittelalter in Grossbritannien und Irland arme Erwachsene und Kinder rund um Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) von Tür zu Tür und baten um sogenannte «soul cakes» (Seelenkuchen). Im Austausch boten sie an, Gebete für Verstorbene zu sprechen. Der Brauch war in Grossbritannien bis Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt, geriet danach aber in Vergessenheit.

Das Guising war im 19. Jahrhundert in Schottland und Irland weit verbreitet. Der Name leitet sich vom englischen «disguising» (sich verkleiden) ab. Kinder zogen verkleidet von Haus zu Haus, sangen Lieder, sagten Gedichte auf oder erzählten Witze und erhielten dafür Früchte, Nüsse oder Süssigkeiten. Laut einem Wörterbuch tauchte das Wort «Guising» erstmals 1911 in Nordamerika auf. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Iren, Schotten und Engländer in die USA aus und brachten ihre Bräuche mit, woraus sich mit der Zeit das heutige Halloween entwickelte.

Der Ausruf «Trick or Treat» entstand in den 1920er-Jahren in Nordamerika, als Halloween-Streiche dort weit verbreitet waren. Frühe Belege stammen aus Kanada: 1923 hiess es in einer Tageszeitung, Halloween sei ruhig verlaufen, «Süssigkeiten» hätten statt «Streichen» auf dem Programm gestanden. Im Jahr darauf war dort von «Treat or Trick» die Rede. 1927 berichtete eine weitere kanadische Zeitung, dass Halloween ohne die üblichen Ausschreitungen verlaufen sei, und beschrieb «die ganz Kleinen», die in Scharen von Tür zu Tür zogen und «Süsses oder Saures» riefen. Später im Jahrzehnt tauchte der Ausruf auch in US-amerikanischen Medien auf.

Quellen

20 Minuten: Geister, Hexen, «Süsses oder Saures» – bist du Halloween-Profi?

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